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Interview Neuerscheinung Rezension

Es ist eine linke Geschichte, zu der aber alle gehören

Ein langes Interview mit BudeMunkWieland von Peter Unfried und Jan Feddersen

Aufprall Interview tat am wochenende 16.1.2021

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taz: Frau Munk, Frau Wieland, Herr Bude, warum haben Sie diesen Roman zu dritt geschrieben?

Karin Wieland: Das ist Ausdruck unserer Freundschaft, die die Grundlage unserer kollaborativen Praxis ist. Das hat nichts mit Sharing zu tun. Es gibt nicht die eine dominante Erzählung, wo einer oder eine weiß, wie es läuft. In AUFPRALL erzählen ein weibliches und ein männliches Ich, Luise und Thomas, und ein Wir. Im Ich sind Liebe, Zweifel, Einsamkeit und Schmerz aufgehoben, im Chor des Wir die politische Aktion, der Druck von innen und außen, die anti-individualistischen Anforderungen des revolutionären Alltags. Das ist im Übrigen ein weiblicher Chor. Und dann ist da dieses eine furchtbare Erlebnis, das Thomas und Luise teilen.

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Neuerscheinung Rezension

Mythos Kreuzberg

Ein langer Spaziergang in der Vorweihnachtszeit mit Ralph Bollmann – Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung – und dem Fotografen Andreas Peine, von Kreuzberg nach Schöneberg und zurück, von der O-Bar zum Merve Verlag entlang all der Points of Interest, vom Kulturbüro Kreuzberg bis zum Risiko.

Mythos Kreuzberg FAS 20210103

Vor 40 Jahren haben die Hausbesetzer einen Stil geprägt, der die ganze Welt eroberte. Ein Rundgang mit drei Revoluzzern von einst.

von Ralph Bollmann

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Neuerscheinung Rezension

Die Reste der Revolte

Andreas Sommer schreibt in der Hohenloher Zeitung

Rezension Hohenloher Zeitung

Das Liebesideal sind Bindungslosigkeit
und mehrere Beziehungen. Aber der
Glaube ans Kollektiv bröckelt, weil die Konflikte zwischen Intellektuellen, Dauerbedröhnten und Schnorrern in der Szene immer offener zutage treten. Frauenbewegte wie Lynn klagen zudem den Chauvinismus linker Männer an, und mehr und mehr Aktivisten verlassen Berlin. Am Ende fällt die Mauer. Die 80er sind vorbei. Und ein ungemein vielschichtiger und ehrlicher Roman, der den Glauben an das „Zusammen“ aufrecht erhält und eindringlich zeigt, dass Scheitern keine Niederlage sein muss.

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Neuerscheinung Rezension

Die vergessene Revolte der Boomer

Stefan Lüddemann stellt mit dem Satz: 1981 war sie 21 und das Jahr war kobaltblau eine Lieblingssentenz an den Anfang seiner Kritik

NOZ Kritik 4.11. 2020 Stefan Lüddemann

BERLIN „1981 war sie 21, und
das Jahr war kobaltblau.“ Ein
Satz wie eine einzige Verheißung
von Jugend und Aufbruch.

Luise ist die junge Frau, die
Overall trägt, Zigarillos
raucht und Arno Schmidt
liest. Die Studentin kommt
aus Heidelberg, taucht ein in
die Szene der Hausbesetzer
in Berlin-Kreuzberg. Sie weiß
noch nicht, wie dramatisch
sich ihr Leben kurz darauf
verändern wird, aber es steht
stellvertretend für die Altersgruppe
der Boomer und ihre
Jugend in den Achtzigern
zwischen Punk und Aids,
Clubkultur und dem Kult um
Intellektuelle wie Paul Virilio
und Jacques Derrida. Was
war ihre Mission? Wie haben
sie Deutschland verändert?
AUFPRALL erzählt davon.

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Rolling Stone | November 2020

Buchrezension

Sie stammen aus der westdeutschen Provinz
und landen in den besetzten Häusern Kreuzbergs, wobei es ihnen bald weniger um verfehlte Wohnungspolitik, sondern um ein Lebensgefühl geht. Sie haben genug von der Besserwisserei der Achtundsechziger- Generation , suchen das gelebte Experiment mit offenem Ausgang. Davon erzählt dieses mitreißende Buch

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Neuerscheinung Rezension

AUFPRALL – ein Buch, das man unbedingt lesen muss!

Anja Osswald über AUFPRALL auf der Website WONGCHOY ALWAYS am 30. Oktober 2020

wongchoy always Anja Osswald

So, here we are. Wo auch immer das ist. Mit oder ohne Bar, Bild oder Band – eins ist auf jeden Fall klar, liebe Berlinerinnen, liebe Babyboomer: das ist euer Buch!

Und allen weiteren X,Y und Z-Generationen sei AUFPRALL ebenfalls wärmstens empfohlen – schon allein wegen der ganz analogen Wucht der Geschichte.

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Allgemein

Wir waren nicht für die gequirlte Müslischeiße

Interview mit Erik Heier im tip Berlin vom 29.10. 2020

tip Berlin Interview Erik Heier

West-Berlin war damals Front-Stadt – in jeder Hinsicht. Die Konflikte lagen offen.

MUNK Das dritte Haus liegt an der Mauer. Die Besetzer laufen immer auf die Mauer zu. Das ist ein Gefühl, das klärt und hart macht.
BUDE Es war ein zum Abriss bestimmter Stadtteil. Wir kannten ja die Pläne von der Autobahn, die da durchgehen sollte. Die Arbeiter sind ins Märkische Viertel vertrieben worden. Was blieb übrig? Die Türken und wir.

Als was fühlten Sie sich selbst damals eigentlich? Als Avantgarde?

MUNK Man fühlte sich selbst wie eine Figur in einem großen Theaterstück. Wie jemand, der sofort etwas schaffen könnte.
WIELAND Und es würde gelingen. Wenn David Bowie im Anderen Ufer saß, hat man natürlich geguckt. Aber nicht gedacht: Wie komme ich an den ran? Bowie hatte es schon weiter gebracht, aber man glaubte daran, man würde auch seinen Punkt machen. Es gab ein großes Vertrauen in die Zukunft.

Aber Ihre Parole hieß doch „No future“.

WIELAND No future hieß ja: Die Vergangenheit ignorieren wir, und die Gegenwart nehmen wir uns jetzt. No future war positiv! Die Besetzerinnen in AUFPRALL wollen, dass Kunst, Leben und Intellekt zusammengehen.

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zwischen Chaostagen und Mervenächten

Thomas Edlinger schreibt am 23. Oktober 2020 im Falter 43/2020, der Wochenzeitung aus Wien, über AUFPRALL

Der Falter Wien Rezension T Edlinger

Der Unfall wirft aber niemanden aus der Bahn, weil es gar keine Bahn gibt, aus der diese jungen Leute geworfen werden könnten. Berlin ist noch lange keine durchgentrifizierte Partystadt, aber auch keine gemütliche Kiezgegend mehr, sondern erscheint als eine graue, kalte und harte Stadt voller Möglichkeiten, in denen die Holzbretter aus den Treppenhäusern verfeuert werden und der Hedonismus noch in den Kinderschuhen steckt.

Das Buch erzählt ohne Sentimentalität, mit dem richtigen Maß an Szenejargon und mit nicht zu viel Pathos davon, dass es Zeiten gab, in denen Teile einer vom Kreuzberger Mikroklima beeinflussten Generation alles infrage stellten und viel aufs Spiel setzten. Statt Familien zu gründen, zelebrierte man den aus dem wilden, französischen Denken importierten „Kult des Verrücktseins“. Genährt wurde der Kampf um das Anderssein und dabei Rechthaben mit radikalen Experimenten wie der weitgehenden Zurückweisung von Privatheit und der Dauerkonfrontation mit ideologischen Verbohrtheiten.

Mit dem Merve-Bändchen über das intensive Leben in der Lederjacke konnte man sich eine Zeitlang als genialer Dilettant fühlen, der gefährliche Denker liest und gefährlich lebt. AUFPRALL zeigt, dass es ein solches Leben zwischen Chaostagen und Mervenächten tatsächlich gab.

Es brauchte aber, und das ist ein wesentlicher Unterschied zu den aufmerksamkeitssüchtigen Social-Media-Aktivitäten von heute, keine Dritten, der dem Experiment im real existierenden Leben Applaus spendete. Man machte einfach. Und am Ende dieses Wegs der Deleuze’schen Eier ohne Sinn und Ziel machten sich manche wie Vroni, eine Arbeitertochter aus Wien, einfach kaputt. Sie stirbt, nachdem sie im „Türkenpuff“ anschaffen ging, an einer damals neuen Krankheit namens Aids. Knapp vor ihrem Tod wünscht sie sich Heurigenlieder von denen, die für sie da waren oder einfach da waren. Für immer Punk eben.

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Geordnete Rebellion mit Putzfrau

eine Rezension von Katharina Teutsch in der FAZ Literatur am 22. Oktober 2020

Rezension FAZ Katharina Teutsch

Wie Bude, Munk und Wieland die Stimmung der frühen achtziger Jahre heraufbeschwören, hat den Sog des unwiederbringlichen Ausnahmezustands. Es ist alles dabei: von Diskussionen, ob man das Haus eines jüdischen Spekulanten besetzen darf, über den Schrecken von Tschernobyl bis hin zu Lebensstilexperimenten rund um die Themen Liebe, Sex, Familie („Wir mussten das Kunststück vollbringen, vollkommen desillusioniert über die Liebe zu denken, ohne sie überhaupt erlebt zu haben“). Das Autorenkollektiv berichtet aus einer Zeit produktiver und unproduktiver Unruhe, von der es oft heißt, wer wirklich dabei gewesen sei, könne sich nicht mehr daran erinnern.
Von wegen!

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Im Schlampenchic durch den Fallout der Achtziger

Rezension AUFPRALL von Jens Uthoff in der TAZ berlin kultur
vom 16. Oktober 2020

rezension taz 16.10.2020 Jens Uthof
foto Paul Glaser

Für Luise hinterlässt ihr Tod einen „ziehenden Schmerz“, ein „zugiges Loch“: „Die Alltagssoyara, die praktische Soraya, die mutige Soraya, die Kopfwehsoraya, die Motorradsoraya, die schnell sprechende Soraya, die radikale Soraya, die lachende Soraya, die müde Soraya“, sie fehlt ihr sehr. AUFPRALL ist somit mehr als ein Denkmal für eine nicht mehr existente Stadt, in der alles und nichts möglich war. Es ist auch ein Denkmal für die reale Person hinter der Figur So-raya. Und ein Porträt einer Generation, die an die Kraft des Kol-lektivs geglaubt hat und die bis heute von diesen Erfahrungen profitiert.