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Neuerscheinung Podcast Interview

Deutschlandfunk Kultur – Lesart

Lesart am 8. Oktober 2020
Heinz Bude, Bettina Munk und Karin Wieland
mit Frank Meyer

hier nachhören:

deutschlandfunk kultur
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Neuerscheinung Rezension

Mollis und Steine

Rezension von Florian Schmid am 8. Oktober 2020 im neuen deutschland

Aber es geht
nicht nur ums Besetzen, sondern auch um die Aneignung und das Ausprobieren linker Theorie. Die Literatur- und Verlagsinteressierten können in der nebenbei erzählten Geschichte des 1970 gegründeten Merve – Verlags schwelgen, der zunächst im Heftformat unter anderem viele operaistische Texte aus Italien veröffentlichte und ab Ende der 70er Jahre heutige Klassiker poststrukturalistischer Denker herausbrachte.

Insofern hat der Pflasterstein auf dem Cover zwar ikonografischen Charakter, um die Radikalität der damit verbundenen politischen Ambitionen zu unterstreichen. Das Buch zeigt anhand der Akteure und ihrer Geschichte mit den Möglichkeiten aber auch die Grenzen auf, mit den Erfolgen auch die Niederlagen dieser Kämpfe.

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Neuerscheinung Rezension

Berlin ist eine Stadt, um zu scheitern

Berliner Zeitung Feuilleton am 7. Oktober 2020
von Harry Nutt

Berliner Zeitung feullieton

Bude: Wir haben nicht Satz für Satz gemeinsam geschrieben. Das Buch ist durchaus auch in der jeweiligen Einsamkeit am Schreibtisch entstanden. Beim kritischen Zusammenfügen sind wir sehr vorsichtig miteinander umgegangen. Wir haben uns viel Raum gegeben und nach Berührungspunkten gesucht. Das war übrigens auch ein Teil des Experiments, das aus der im Buch beschriebenen Lebensform hervorgegangen ist, einer Mischung von Kunst, Alltag und Theorie.

Munk: Man darf nicht vergessen, dass es eine sehr bilderlose Zeit war. Man hatte als Künstlerin eine große Freiheit, selbst etwas zu entwickeln. Die Filme, die wir machten, waren radikal und anarchistisch. Es gab keine Ästhetik, an der man sich wie heute über YouTube entlanghangeln konnte.

Wieland: Wenn etwas mit der heutigen Situation vergleichbar ist, dann ist es die Erfahrung, dass es keine rationale Handhabe, keine Bedienungsanleitung gibt. Bei Tschernobyl war man sich selbst überlassen. Die Einzelnen wussten nichts und die Regierungen wussten auch nichts. Katastrophenbewusstsein kann man nicht lernen.

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Neuerscheinung Rezension

Es gab Kohl und es gab Derrida – und gegen Kohl waren viele

im Tagesspiegel Kultur am 7. Oktober 2020
von Gerrit Bartels

tagesspiegel kultur 7. oktober

Natürlich bleibt es nicht aus, das in dem Gespräch mit den dreien die konkrete, erlebte Vergangenheit gestreift wird, die fiktiven Grenzen und das Faktische verschwimmen. Bude, Munk und Wieland erinnern sich an „harte“ Absturzläden wie das Ex’n’Pop oder das Risiko, an den „irgendwie überflüssigen“ Dschungel, an einen Lieblingsladen wie den Bierhimmel

Oder an das Andere Ufer in Schöneberg, „das eigene Vertrauen, die eigene Stärke, die man darin hatte“, wie Bude sagt. „Wenn da eine Nina Hagen hereinkam oder irgendein ein anderer Szene-Prominenter – Bowie habe ich da übrigens nie gesehen –, dann sagte man sich: Das kann ich auch!“

Karin Wieland wiederum weist darauf hin, dass dieses West-Berlin nicht zuletzt kaum zu verstehen gewesen sei ohne die prägenden intellektuellen Figuren jener Zeit: den Religionssoziologen und Philosophen Jacob Taubes, den an der FU lehrenden Philosophen Klaus Heinrich, den Besitzer der Heinrich-Heine-Buchhandlung im Bahnhof Zoo Hans Brockmann oder die Welt des Merve Verlags und seiner Gründer Peter Gente und Heidi Paris.

Auch der weibliche Chor erlaubt eine präzisere Perspektive auf die alles andere als ausgeglichenen Geschlechterverhältnisse jener Zeit. Wie überhaupt Kreuzberg was enorm Widersprüchliches hatte: hier eine kleine, letztendlich auch provinzielle Welt. Und dort, wie Bettina Munk sich erinnert: „Man konnte alles machen, was in dieser Offenheit nirgendwo anders möglich war.“

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Neuerscheinung Rezension

Kess und militant

Besprechnung AUFPRALL in der
Süddeutschen Zeitung vom 1. Oktober 2020
von Christoph Bartmann

Der Roman legt nahe, dass sich in der Hausbesetzerszene (die Autoren eingeschlossen) die besten Köpfe ihrer Generation getroffen haben, jedenfalls Leute, die Risiken eingehen, und die für ihre Risikobereitschaft auf Dauer lohnendere Ziele entdecken als die Säuberung leer stehender Häuser von Taubenkot.

Die Generation Aufprall lebt von der Vorstellung, Avantgarde zu sein. Dazu gehört die falsche und im Roman kritisierte These, der Rest der Welt sei irgendwie rückständig und werde sich ohne die vorauseilende Kreuzberger Militanz nicht entwickeln. Man bleibt in diesem Milieu gerne unter sich. Aus Westdeutschland ist man geflohen, Ostberlin und die DDR existieren lange fast gar nicht, und auch der Rest der Welt tut sich erst auf, als irgendwann Flüge aus Schönefeld zu exotischen Destinationen führen. Dieser Generationenroman weist eine hohe Ortsspezifik auf. So wie es in Westberlin war, war es nicht in Frankfurt, Hamburg oder Düsseldorf, von Ostberlin ganz zu schweigen. Länger als anderswo hält sich in der „Frontstadt“ der Mythos vom politischen Widerstand. Kein „Lifestyle“ weit und breit, und auch das Wort „Gentrifizierung“ kennt man nicht. Weil aber die Berliner Wohnungsfrage bis heute unbeantwortet ist, sind die Motive des damaligen Aufruhrs bis heute nicht obsolet geworden.

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Neuerscheinung Podcast Interview

WDR 5 Scala – Hintergrund Kultur

Karin Wieland Heinz Bude in WDR 5 Scala Podcast von Jenni Zylka

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radioeins ab vier

Interview Bettina Munk am 24. September 2020 in radioeins ab vier mit Max Spallek

aufprall_radio1_24-9-2020
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hr2 Kultur am Nachmittag

Interview Heinz Bude am 21.9.2020 in hr2 Kultur am Nachmittag mit Catherine Mundt

Interview Heinz Bude hr2 Kultur
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Neuerscheinung Podcast Interview

swr 2 lesenswert

Interview Karin Wieland und Heinz Bude
am 20. September 2020 in SWR2 lesenswert mit Alexander Wasner

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Neuerscheinung Webauftritt

Zehn Seiten

Zur Neuerscheinung von AUFPRALL lasen Karin Wieland, Bettina Munk und Heinz Bude einige Passagen aus AUFPRALL auf zehnseiten.de